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  • Diese Brücke über die Gleise in Bad Schandau muss ersetzt werden, nach rechts führt sie weiter auf die sich anschließende Elbbrücke

Jetzt kommen die Rampen: Bauplan für Bad Schandauer Brücke steht

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Wie geht’s weiter mit den Brücken in Bad Schandau? Die Kurstadt im Elbsteingebirge hat gleich drei der insgesamt 19 kritischen Brücken im Freistaat, die genauer untersucht wurden bzw. noch werden. Dringendste „ Baustelle“ ist die Brücke über die Bahngleise, die anschließend in die Elbbrücke mündet. Für letztere gab es ja bereits Entwarnung, sie darf wieder bis 30 Tonnen befahren werden. Experten rechnen sogar mit einer kompletten Aufhebung der Tonnage-Begrenzung.

Doch ihre Schwester-Brücke über die Gleise „hat keine guten Noten bekommen und muss definitiv ersetzt werden“, erklärt Infrastrukturministerin Regina Kraushaar. Sie kam gestern Abend nach Bad Schandau und erklärte in einem Bürgerdialog, wie die marode Brücke nun ersetzt werden soll. Demnach wird noch im März der Auftrag an die Baufirma vergeben, die die Brückenzufahrt an der B172 kurz vorm Ortseingang Bad Schandau bauen soll.  „Dazu wurden bereits Bäume am Hang entlang der Straße gefällt, nun muss der Hang gesichert werden“, so Kraushaar. Das soll von April bis Juli passieren. Denn er wird teilweise abgetragen, um Platz für die Rampen zu machen, auf denen dann die 630 Tonnen schwere Stahlbrücke errichtet werden soll. Dazu muss die B172 halbseitig gesperrt werden, der Verkehr kann nur über Ampelschaltungen rollen. „Technologisch bedingt“ seien jedoch auch tageweise Vollsperrungen der Bundesstraße nötig. Auch ein Wanderweg muss gesperrt werden. Die Vorleistungen sind mit 2,1 Mio. Euro veranschlagt, die Sachsen stemmt. 

Bahn lässt Züge ruhen

Ausschreibungen und Baufirmen zügig zu organisieren war nur ein Teil der Herausforderung: „Wir brauchen, damit wir irgend etwas tun können, die sogenannten Sperrpausen bei der Bahn. Der Zugverkehr muss ruhen, damit unter der (neuen) Brücke gearbeitet werden kann. “Ich muss hier die Bahn ausdrücklich loben, wir haben einen guten Austausch„, so die Ministerin. Die Einstellung des Zugverkehrs tritt vor allem im Herbst ein, wenn die Stahlteile der eigentlichen Behelfsbrücke von einem Widerlager aufs andere verschoben werden. So ähnlich wird gerade die Gottleubatal-Brücke errichtet, die weithin sichtbar für die Ortsumfahrung Pirna gebaut wird. 

Als Bauzeit ist dafür das dritte Quartal 2026 bis zum ersten Quartal 2027 vorgesehen. Die Arbeiten finden weitestgehend unter halbseitiger Verkehrsführung statt. Damit die Bundesstraße an die Behelfsbrücke angeschlossen werden kann, sind jedoch kurze Vollsperrungen notwendig. Die Kosten für die Behelfsbrücke liegen bei rund 10 Millionen Euro (inkl. Wartung und Reparaturen während der Nutzungsdauer), die jedoch der Bund trägt, da über die Brücke die Bundesstraße 172 führt.

Steht die Behelfsbrücke dann einmal, kann sie für mehrere Jahre genutzt werden, während parallel die alte Brücke abgerissen wird. Die Ausschreibung dazu erfolge später. 

Dritte Sorgen-Brücke

Zudem wurde beim Bürgerdialog auch über den derzeitigen Stand bei der Brücke über die weiterführenden Bahngleise informiert, die auf der S169 Richtung Krippen führt. Die ersten Materialuntersuchungen seien bisher unauffällig. Es sind weitere Materialproben vom Spannstahl Mitte März geplant. Die Probeentnahme erfolgen mit einspuriger Verkehrsführung. Die Ergebnisse der Proben sollen im April 2026 vorliegen.

Kraushaar versprach: “Die Menschen vor Ort sollen gut informiert sein, deshalb war ich gestern Abend gemeinsam mit den Fachkolleginnen und -kollegen aus meinem Haus in Bad Schandau, um die nächsten Schritte zu erläutern und Fragen zu beantworten. Wir machen Tempo, um die Einschränkungen in der Region bestmöglich und so zu begrenzen, wie es technisch möglich ist.„ Man werde weiterhin regelmäßig über die Fortschritte, Veränderungen im Planungs- und Bauablauf, sowie die verkehrlichen Einschränkungen in den jeweiligen Bauabschnitten informieren, so das Ministerium. 

Audio:

Ministerin Kraushaar erklärt den Zeitplan