Regen-Sommer 2025: trotzdem war das Jahr zu trocken

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Auch wenn viele die verregneten Sommerferien letztes Jahr noch gut Erinnerung haben, meteorologisch betrachtet, war das Jahr 2025 in Dresden erneut deutlich zu warm, sehr sonnig und außergewöhnlich trocken. 

Zwar lag die Jahresdurchschnittstemperatur unter dem bundesweiten Mittel, dennoch bestätigt auch 2025 den anhaltenden Erwärmungstrend. Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,4 Grad Celsius lag Dresden um 1,5 Grad über der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990. Deutschlandweit betrug die Abweichung sogar 1,9 Grad. Damit reiht sich Dresden erneut in die Serie überdurchschnittlich warmer Jahre ein. 

An 43 Sommertagen kletterte das Thermometer über 25 Grad Celsius (5 Tage mehr als im Langzeit-Durchschnitt) und an 15 Tagen sogar über 30 Grad Celsius. Letztere sind doppelt so viele wie der Langzeitdurchschnitt. Besonders heiß war letztes Jahr der Juni - bevor dann der Regen im Juli kam… 

Viel Sonne, wenig Regen

Mit insgesamt 2.031 Sonnenstunden verzeichnete Dresden das sechst sonnenscheinreichste Jahr seit 1961. Gegenüber dem langjährigen Mittel entspricht dies einem Plus von 31 Prozent. Bis auf die Monate Juli und Oktober schien die Sonne in allen Monaten häufiger als im Durchschnitt. Im Gegenzug wurde an der Wetterstation Dresden-Klotzsche letztes Jahr lediglich an 136 Tagen messbarer Niederschlag registriert. Das sind 34 Regentage weniger als im Zeitraum 1961 bis 1990. Insgesamt fielen 29 Prozent weniger Niederschlag - ein Defizit von 192 Litern pro Quadratmeter. Mit nur 477 Litern Niederschlag war 2025 das fünft trockenste Jahr seit 1961. Der sachsenweite Schnitt ist mit 616 Litern pro Quadratmeter noch etwas besser, aber auch unter dem Durchschnitt. Besonders trocken war das erste Halbjahr 2025 in Dresden. In den sechs Monaten war es  – ebenso wie 2003 – so trocken wie noch nie seit 1961.

Pflanzen & Tiere

In der Landwirtschaft hat sich das Wetter letztes Jahr jedoch in guten Ernten niedergeschlagen. Vor allem Kernobst, das 2024 noch bei der Baumblüte erforen war, holte letztes Jahr kräftig wieder auf und beschenkte uns mit vielen Äpfeln, Plaumen oder Birnen und Wein. Laut Sachsenforst ist jedoch die „Vitalität von Eichen kritisch“, noch schlimmer leiden Kiefern unter dem heißen, trocknen Wetter.  Unter den Vögeln litt vor allem die Bekassine in Sachsen, deren Vorkommen deutlich zurück gegangen ist. 

Weniger Frost 

Mit 76 Frosttagen lag die Zahl um fünf Tage unter dem Referenzwert. Besonders deutlich war der Rückgang bei den Eistagen. Das sind Tage, bei denen die Tageshöchsttemperatur unter null Grad Celsius bleibt. Statt durchschnittlich 27 wurden 2025 nur sieben Tage mit ganztägigem Frost gemessen. Florian Kerl vom Landesamt für Geologie, Landwirtschaft erklärt, was das Wetter mit der Luftqualität in Sachsen allgemein macht: „Wir hatten eine hohe Feinstaubbelastung 2025, dafür lag die Ozonbelastung unter dem Durchschnitt. “Zusammenfassend kann man sagen, 2025 lagen Licht und Schatten sehr eng beeinander. Es war kein Jahr der Extreme, aber geprägt von Gegensätzlichkeiten.„

Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen wirbt deshalb beim Stadtrat nach der abschlägigen Abstimmung im Dezember 2025 darum, das Klimaanpassungskonzept doch noch zu beschließen: “Ein beschlossenes und planmäßiges Vorgehen, Dresden widerstands- und zukunftsfähig gegenüber den Klimaveränderungen zu machen, bleibt weiterhin für die Stadtplanung und -gestaltung dringend notwendig. Es braucht eine Priorisierung des Themas Klimaanpassung in der Gesellschaft. Die Verwaltung braucht Leitlinien, Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft sowie Politik Orientierung. Investitionen in die Klimaanpassung verursachen Kosten. Sie reduzieren letztlich jedoch die deutlich höheren Kosten, die durch Extremwetterereignisse, z. B. Überflutungen durch Starkregen, entstehen.„

Audio:

Hydrologe Andy Philipp im Wetterrückblick 2025