Nachrichten >

Sprengvorrichtungen im Dutzend entdeckt

Zuletzt aktualisiert:

In der Lausitz sind mehr Sprengvorrichtungen in der Nähe von Umspannwerken entdeckt worden als bislang gedacht. Die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln gemeinsam zu den Angriffen auf die Stromversorgung im Freistaat. 

Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden in Lippen im Landkreis Bautzen und in Schleife im Landkreis Görlitz insgesamt zwölf selbstgebaute Sprengvorrichtungen gefunden. Diese sollten durch einen Kurzschluss Schäden an den Hochspannungsleitungen verursachen. 

Spezialkräfte des LKA Sachsen entschärften die Vorrichtungen und stellten sie als Beweismaterial sicher. Während der Arbeiten mussten die Leitungen vorübergehend abgeschaltet werden. Es bestehe keine Gefahrenlage für die Bevölkerung, so die Polizei.

Tatverdächtig ist ein 48-jähriger Deutscher aus Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen. Er soll ein Bekennerschreiben verfasst haben, das als authentisch gilt. Der Mann richtet sich in dem Schreiben gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt spricht darum von „Klimaterrorismus“. In den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen, in denen es zu Sabotageversuchen gekommen war, wird weiterhin Braunkohle verstromt.