Sachsen gibt Stellungnahme zur Suche nach Atommüllendlager ab

Zuletzt aktualisiert:

 Sachsen bleibt im Fokus bei der Suche nach einem Atomendmülllager. Fünfeinhalb Prozent der Landesfläche könnten sich dafür eignen. Der Geologische Dienst Sachsen schätzt jedoch ein, dass viele  Regionen nur eine geringe Eignung haben. Das betreffe z.B. den nordwestlichen Teil eines ausgewiesenen Gebietes, das sich von Kamenz über Bautzen nach Osten bis in den Landkreis Görlitz zieht.  Die geologischen Voraussetzungen seien dort dafür nicht gegeben.  Dagegen seien keine Einschränkungen in einem Gebiet um Bautzen bekannt, so Fachreferentin Dr. Ines Görz.  

Ende 2027 will die Bundesgesellschaft für Endlagerung  die Standortvorschläge vorlegen.   Sie werden anschließend vom Bundesamt für Sicherheit der nuklearen Untersuchung geprüft. Das letzte Wort hat die Bundesregierung.

Aus der heute veröffentlichten Pressemitteilung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie LfULG:

5,5 Prozent der Landesfläche Sachsens haben die ersten Schritte im Prüfprozess weitgehend bestanden und bleiben weiterhin im Fokus der BGE. Das betrifft vor allem Gebiete in der Lausitz und im Erzgebirge, in denen Granite, Granodiorite oder metamorphe Gesteine, wie Gneise, als kristallines Wirtsgestein vorkommen. Eine detaillierte Begründung für die Kategorisierung dieser Gebiete liegt seitens der BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung) nicht vor. Der Geologische Dienst Sachsen im LfULG schätzt ein, dass viele dieser Regionen als Standort für ein Endlager potenziell eine geringe Eignung aufweisen, da die geologischen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Insbesondere die metamorphen Gesteine im Erzgebirge weisen aufgrund ihrer komplexen geologischen Entstehungsgeschichte einen inhomogenen Aufbau auf. Damit ist eine Bewertung zur räumlichen Charakterisierbarkeit der Gesteinseigenschaften nur unzureichend möglich. Zudem schätzt das LfULG einige Granitvorkommen in Sachsen, die von starker Mineralumwandlung und Zersetzung des primären Gefüges betroffen sind, als eher gering geeignet für einen sicheren Einschluss ein. Das betrifft vor allem die durch Vergreisung beeinflussten Granite mit Vorkommen bekannter Erzlagerstätten.

Audio:

Fachreferentin Dr. Ines Görtz