Weiter kein Gedenkort am Alten Leipziger Bahnhof

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Der Alte Leipziger Bahnhof mit seiner Holocaust-Geschichte soll eigentlich ein Gedenkort werden, doch es gibt noch immer kein Geld für das Projekt. Der Kulturausschuss konnte sich nicht auf eine Finanzierung verständigen, was einer Blockade gleichkommt. 

Bereits im vergangenen Jahr waren Fördergelder verfallen, weil im Stadtrat keine Beschlüsse zustande kamen. Die Initiative „Herz statt Hetzte“ macht jetzt mit großen Transparenten am Bahnhof auf die Situation aufmerksam. 

Es könne nicht sein, dass die Stadt einen Gedenkort mit fadenscheinigen Begründungen ablehnt, sagte uns Rita Kunert, Sprecherin der Initiative. „Es ist gut, dass Menschen dagegen aufbegehren, dass sich eine Mehrheit im Stadtrat von unserer historischen Verantwortung für das, was in der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist, abwendet.“ 

Ein Transparent mit den Worten von Margot Friedländer hängt seit dem 21.01.26 am Alten Leipziger Bahnhof. Es wurde am 84. Jahrestag der ersten Deportation Jüdischer Menschen von hier in den Tod, dort angebracht. Ein zweites Transparent verweist darauf, dass aktuelle Entwicklungen im Stadtrat die Schaffung eines Ortes des Gedenkens, der Bildung und Begegnung an dieser Stelle in Frage stellen.