Allianz für den Erhalt der Geburtshilfe in Kamenz fordert Sonderkreistag
Rund 30 Kreisräte machen Druck gegen die beabsichtigte Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Kamenz. Sie fordern einen Sonderkreistag noch in diesem Monat. Die Unterzeichner reichten einen Dringlichkeitsantrag ein.
Sie fordern den Landrat auf, unverzüglich in Verhandlungen mit dem Krankenhausträger und dem Freistaat Sachsen zu treten, um die Schließungspläne auszusetzen und die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.
Es handele sich hier um eine fundamentale Frage der Daseinsvorsorge für den westlichen und nördlichen Landkreis. Besonders für Familien und werdende Mütter seien deutlich verlängerte Anfahrtswege zur nächsten Klinik ein Sicherheitsrisiko, das bei schwierigen Witterungsverhältnissen oder fehlender Mobilität lebensbedrohlich sein könne. Zudem wird die besondere Bedeutung des Standortes für die sorbische Bevölkerung hervorgehoben, da das Krankenhaus in Kamenz für diese sowohl sprachlich als auch kulturell ein vertrauter Versorgungsmittelpunkt und ein wichtiger Arbeitgeber ist.
Darüber hinaus verlangen die Kreisräte die Einleitung einer umfassenden Gesundheitsleitplanung unter dem Titel „Bautzen 2030+“. Damit soll die medizinische Infrastruktur im gesamten Landkreis strategisch weiterentwickelt werden, um eine strukturelle Unterversorgung des ländlichen Raums dauerhaft zu vermeiden.
Kommenden Mittwoch wollen die Initiatoren über ihre weiteren Schritte informieren. Ziel ist eine langfristige Gesundheitsplanung „Bautzen 2030+“.
Ende Mai sollen im Kreißsaal die Lichter ausgehen. Die Geschäftsführung begründete ihre Entscheidung mit sinkenden Geburtenzahlen, strengeren Qualitätsvorgaben und dem wirtschaftlichen Druck durch die Krankenhausreform.
