Atommüllendlager: Lausitz raus aus dem Rennen
Die Oberlausitz kann aufatmen: Sachsen ist bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll endgültig raus. Das teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung mit. Zuvor galt u.a. ein Gebiet rund um Bautzen als potentieller Standort. Neben Sachsen scheiden auch Rheinland-Pfalz, Hessen und Berlin aus dem weiteren Verfahren aus. Bis zum kommenden Jahr soll die Suche bundesweit auf fünf bis zehn Regionen eingegrenzt werden, bevor der Bundestag die endgültige Entscheidung trifft.
Reaktionen auf die Entscheidung
Der Bautzener Landrat Udo Witschas hat das Aus für Sachsen bei der Endlagersuche als hervorragende Nachricht für die Region begrüßt. Ein solcher Standort hätte die wissenschaftlichen Zukunftspläne der Oberlausitz blockiert. In einer Granitformation im Städtedreieck Bautzen – Kamenz – Hoyerswerda soll ein Untergrundlabor für das Deutsche Zentrum für Astrophysik errichtet werden. Zudem bewirbt sich die Lausitz um das europäische Einstein-Teleskop zur Gravitationswellenforschung.
Mit Erleichterung ist in der Oberlausitz die Entscheidung aufgenommen worden, dass die Region nicht mehr als potentieller Kandidat für das geplante Atommüllendlager gilt. Das Projektteam für das europäische „Einstein Telescope“ begrüßte die Betrachtung der Bundesgesellschaft für Endlagerung - BGE. Damit trete der drohende Konflikt um den Untergrund in den Hintergrund – und die Chancen auf das internationale Forschungsprojekt steigen. Die BGE stuft das Untersuchungsgebiet im Raum Bautzen in die nachrangige Kategorie B ein, womit die Region vorerst aus dem engeren Suchverfahren für ein Atommüll-Endlager ausscheidet.
