Bachfest im Zeichen von 300 Jahre Bach als Thomaskantor in Leipzig
Das Bachfest Leipzig erinnert an den Amtsantritt von Johann Sebastian Bach als Thomaskantor vor genau 300 Jahren. Während des Festivals werden Stücke aus seiner Anfangszeit gespielt. Es bleibt aber auch Raum für Neues.
Bach ganz klassisch, Bach neuinterpretiert, Bach in besonderem Ambiente - beim Bachfest Leipzig ist der Barock-Komponist in vielen Facetten zu erleben. Vom 8. bis 18. Juni gibt es bei dem Klassikfestival rund 160 Veranstaltungen, wie die Organisatoren mitteilten. Am Donnerstagabend stand in der Thomaskirche das Eröffnungskonzert auf dem Plan.
Das Fest steht in diesem Jahr im Zeichen eines ganz besonderen Jubiläums: Vor 300 Jahren, am ersten Sonntag nach Trinitatis im Jahr 1723, hat Johann Sebastian Bach (1685-1750) sein Amt als Thomaskantor in Leipzig angetreten.
Die Bachfest-Veranstalter wollen im Jubiläumsjahr zurückschauen und Bach zugleich als modernen Komponisten präsentieren. Dazu passend wurde das Motto „Bach for Future“ gewählt. „Eigentlich hat Bach seine Musik “for future„ komponiert. Man brauchte einfach ein paar Jahrhunderte, um die Komplexität des Bachschen Werkes zu verstehen“, sagte Intendant Michael Maul.
Wer Bach traditionell erleben will, kommt an den ersten vier Festivalabenden auf seine Kosten. Es werden Stücke aus seinem ersten Kantatenjahrgang erklingen - und zwar in den beiden „Bach-Kirchen“, der Thomaskirche und der Nikolaikirche. Auf dem Programm steht außerdem ein „Knabenchorgipfel“, bei dem vier Chöre Motetten singen werden.
Zu den neuen Formaten zählt ein Abend mit der Sopranistin Julia Sophie Wagner. Sie hat aus Arien und Chören aus Bach-Kantaten ein neues Requiem zusammengestellt, für das der Leipziger Lyriker Thomas Kunst einen Text beigesteuert hat. Es soll im prächtigen Hörsaal des Anatomischen Instituts in Leipzig aufgeführt werden.
Voriges Jahr hatten nach Angaben der Veranstalter rund 64 000 Menschen das Bachfest besucht. Sie kamen aus 51 Ländern nach Leipzig. (dpa)
