„Befehle vom Propheten“ - Bautzener Gericht weist Ägypter in die Psychiatrie ein
Er hatte im Oktober vergangenen Jahres in Doberschau-Gaußig zwei Familien in Angst und Schrecken versetzt. Der Ägypter rüttelte an den Kinderwagen und wollte in seinem Wahn, dass ihnen die Kinder weggenommen werden, weil es angeblich nicht ihre Eltern seien. Das Landgericht in Bautzen ordnete heute die Unterbringung des 30-Jährigen in der Psychiatrie an. Es befand den Mann für schuldunfähig.
Der Angeklagte berief sich auf den Propheten Isa. Der habe ihm befohlen, die Kinder zu retten. Einem Vater riss er das Handy aus der Hand. Damit wollte er die Polizei rufen, damit die Beamten der Familie das Kind wegnehmen. Beim Gerangel brach er dem Vater einen Finger.
In Demitz-Thumitz bedrohte der Angeklagte einen Mann mit den Worten „Frau tot, Kind tot, du tot!“. Zwei Tage später saß er an einer Straße in Arnsdorf bei Radeberg und betete, auf einen Polizisten ging er mit einem Ast los, ein Pärchen, das an der Großen Röder Picknick machte, bedrohte er mit einem zerbrochenen Weinglas.
Der Gutachter attestierte dem Ägypter eine paranoide, halluzinative Schizophrenie. Weitere erhebliche Straftaten könnten nicht ausgeschlossen werden. Der Nordafrikaner war unerlaubt nach Deutschland eingereist, saß schon in Bayern und Bautzen im Gefängnis. Er ist geduldet, aber ausreisepflichtig.
Hintergrund:
Isa ist ein Prophet im Koran, der als unmittelbares Wort Gottes angesehen wird und sich auf Jesus von Nazareth bezieht.
