++ EIL ++
  • Das Volkswagen-Werk in Zwickau-Mosel

Bericht: Aus für vier VW-Werke beschlossen, darunter Zwickau - Politik und Betriebsrat reagieren

Zuletzt aktualisiert:

Das VW-Werk in Zwickau soll 2031 geschlossen werden. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf ein internes Konzeptpapier des Konzernvorstands. Gleiches gelte für den Standort in Emden. Ein Jahr später soll die Produktion in Hannover auslaufen, 2034 in Neckarsulm. 

Die bestehenden Geschäftsmodelle und Strukturen reichten nicht mehr aus, „um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Volkswagen-Konzerns langfristig sicherzustellen“, zitiert das Magazin aus dem Dokument. VW wollte sich auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht dazu äußern.

Das sagen Ministerpräsident, Wirtschaftsminister, Landrat und Betriebsrat

Die Reaktionen aus der Politik und von den Arbeitnehmervertretern ließen nicht lange auf sich warten. Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte auf Instagram: „Wir haben bei uns in Zwickau-Mosel die Argumente voll auf unserer Seite. Wir sind das effizienteste Werk; wir haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wissen, was die Stunde geschlagen hat, die bereit sind und auch die Ideen haben. Und das ist dem Vorstand auch klar geworden bei seinem Besuch in Zwickau.“

Wirtschaftsminister Dirk Panter zeigte sich von den Berichten überrascht und bekräftigte, dass die sächsische Staatsregierung fest an der Seite der Beschäftigten stehe – man werde um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen. 

Der Zwickauer Landrat Carsten Michaelis fordert in einem Statement eine persönliche Klarstellung von Konzernchef Oliver Blume: „Ist 2031 tatsächlich das beschlossene Basisszenario? Welche reale Chance besitzt Zwickau noch auf ein Folgeprodukt? Welche konkreten Bedingungen muss der Standort dafür erfüllen, und bis wann werden die endgültigen Entscheidungen getroffen?“

Auch der Betriebsratsvorsitzende Mario Albert findet deutliche Worte: Die Arbeitnehmerseite stehe geschlossen zusammen und werde gegen eine Werksschließung kämpfen, da der Vorstand solche Entscheidungen nicht allein treffe.

So klang der Vorstand noch am vergangenen Mittwoch

Noch vor einer Woche hatte Konzernchef Oliver Blume bei einer Betriebsversammlung in Mosel klargestellt, dass es keine Entscheidung zu möglichen Werkschließungen gäbe. Vielmehr sollten  innerhalb von sechs bis zwölf Monaten „belastbare Perspektiven“ für alle Werke geschaffen werden.

Audio:

Ministerpräsident Michael Kretschmer auf Instagram