- Der Chemnitzer Polizeichef stellte die neue Kriminalitätsstatistik vor. Pro Monat gibt es in Chemnitz fast 2.000 Delikte.
Chemnitzer Krimi-Kalender: Pro Monat 1.897 Delikte
Die Kriminalstatistik lässt sich nicht nur als Jahresbilanz lesen. Rechnet man die Zahlen auf den Monat herunter, wird deutlicher, welche Delikte den Alltag in Chemnitz prägen. Insgesamt registrierte die Polizei 2025 in der Stadt 22.769 Straftaten. Das entspricht rund 1.897 Delikten pro Monat.
Diebstahl bleibt der größte Block
Beim Diebstahl zeigt sich, wie dicht manche Delikte im Stadtalltag liegen. Insgesamt wurden pro Monat rund 593 Diebstähle registriert. Dazu zählen 191 Ladendiebstähle, 68 Diebstähle aus Böden und Kellern, 19 Taschendiebstähle und 17 Wohnungseinbruchdiebstähle. Davon entfallen acht Fälle pro Monat auf Tageswohnungseinbrüche.
Auch der Blick auf Fahrzeuge bleibt ernüchternd. Pro Monat wurden im Schnitt 59 Fahrräder, fünf Kraftfahrzeuge und fünf Mopeds oder Krafträder gestohlen.
Körperverletzung und Bedrohung: Monat für Monat präsent
Bei den Rohheitsdelikten liegen die Zahlen ebenfalls deutlich im Alltag der Stadt. Die Polizei registrierte pro Monat 122 vorsätzlich einfache Körperverletzungen und 64 gefährliche oder schwere Körperverletzungen. Hinzu kamen 51 Bedrohungen, elf Raubüberfälle auf Straßen und neun Fälle von Nachstellung.
Sexualdelikte: Regelmäßig erfasste Fälle
Auch die Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung tauchen nicht nur vereinzelt auf. Pro Monat wurden im Schnitt fünf Vergewaltigungen oder sexuelle Übergriffe, sechs sexuelle Belästigungen und sechs Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern registriert. Dazu kommen acht Fälle von Kinderpornografie pro Monat.
Betrug: Oft leise, aber häufig
Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten fällt vor allem der Betrugsbereich auf. Pro Monat erfasste die Polizei 121 Fälle von Erschleichen von Leistungen und 78 Fälle von sonstigem Betrug. Hinzu kamen 45 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug, 28 Fälle von Computerbetrug mit rechtswidrig erlangten Zahlungsmitteln und 20 Fälle von Urkundenfälschung.
Sachbeschädigung: Viel Ärger im Alltag
Ein großer Teil der Kriminalität zeigt sich in den sonstigen Straftatbeständen nach dem Strafgesetzbuch. Hier wurden pro Monat 249 Sachbeschädigungen und 54 Sachbeschädigungen durch Graffiti registriert. Dazu kamen 58 Beleidigungen und sechs Erpressungen pro Monat.
Waffen und Rauschgift
Beim Waffengesetz verzeichnet die Statistik zehn Fälle pro Monat. Die Rauschgiftdelikte lagen bei 60 pro Monat. Auffällig ist dabei der Rückgang bei Cannabis-Fällen: 2024 waren es noch 35 pro Monat, 2025 fiel der Wert auf null. Hintergrund ist die geänderte Rechtslage durch die Hasch-Erlaubnis.
Mord und Totschlag: Selten, aber nicht null
Mord und Totschlag bleiben zahlenmäßig selten. Rechnerisch wurde in Chemnitz etwa alle zwei Monate ein solcher Fall registriert. Auch das gehört zur Statistik der Stadt.
Das sagt der Präsident
Während Chemnitz damit einen Anstieg verzeichnete, gingen die Fallzahlen in den Landkreisen zurück. Polizeipräsident Carsten Kaempf zeigte sich vor allem über die Entwicklung bei Körperverletzungen und Raub besorgt. Besonders in diesem Bereich treten nach seinen Worten immer häufiger Jugendliche und Kinder als Täter auf.
Kaempf: „Auch die steigenden Fallzahlen bei Körperverletzungen und Bedrohungen stimmen mich besorgt, denn es zeigt, dass Konflikte leider nicht im respektvollen Umgang und durch Kommunikation gelöst werden, sondern oft in Drohungen und Tätlichkeiten münden. Die steigenden Zahlen bei Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen auf Polizistinnen und Polizisten oder auch Rettungskräfte sind auch ein Beleg dafür.
Ebenso müssen wir einen deutlichen Anstieg bei Betrugsdelikten und damit einhergehenden Millionenschäden feststellen. Betrüger gehen immer raffinierter vor und nutzen zunehmend modernste Technik und künstliche Intelligenz, um sich zu bereichern. Trotz gebotener Vorsicht wird es immer schwerer, Betrügereien zu erkennen um nicht zu Schaden zu kommen.“
