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  • Beim Porsche Sports Cup Deutschland fährt jetzt auch ein Stück Chemnitz mit: Der synthetische Kraftstoff Racing eFuel98 von CAC Engineering kommt in Hockenheim zum Einsatz.

Chemnitzer Sprit macht Porsche schnell

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Porsche! Ein Name wie Donnerhall. Die 911-Form elektrisiert jeden PS-Freak, der Zündschlüssel legendär auf der linken Seite, weil die Rennfahrer früher so den Boliden schneller starten und mit der rechten Hand schon den Gang einlegen konnten. Brachte bei den 24 Stunden von Le Mans ein paar Zehntelsekunden. Hach, was waren das für Zeiten.

Nicht umsonst ist die Marke bis heute mehr als ein Auto. Porsche ist Klang, Kurve, Mythos. Ein Versprechen aus Blech, Benzin und Bauchgefühl. Und jetzt? Jetzt fährt bei einer der wichtigsten Rennserien in Deutschland auch ein Stück Chemnitz mit. Nicht als Aufkleber auf der Heckscheibe, sondern im Tank.

Grüner Sprit auf großer Bühne

Der Porsche Sports Cup Deutschland startet am 1. und 2. Mai auf dem Hockenheimring in Baden-Württemberg in die neue Saison. Dort gibt es Motorsport zum Anfassen, Benzingespräche im Fahrerlager und jene Mischung aus Ölgeruch, Motorenlärm und glänzenden Augen, die erwachsene Menschen wieder zu Kindern macht. Im Einsatz sind unter anderem Porsche 911 GT3 Cup und 718 Cayman GT4 RS Clubsport. Gefahren wird die Serie im Rahmen des ADAC Racing Weekend. Dabei treten ambitionierte Nachwuchstalente ebenso an wie ProAm-Piloten, die nicht seit Kindesbeinen im Rennanzug schlafen.

Chemnitzer Technik im Tank

Mit dabei ist in diesem Jahr Porsche-Pilot Marc Lorbeer. Der Berliner Unternehmer startet in Hockenheim mit einem 718 Cayman GT4 RS Clubsport und setzt erneut auf „Racing eFuel98“. Der synthetisch hergestellte Kraftstoff wurde beim Chemnitzer Unternehmen CAC Engineering entwickelt. Vereinfacht gesagt entsteht der Sprit aus Kohlendioxid und Wasserstoff. Also aus Stoffen, die nicht gerade nach Boxengasse klingen, aber genau dort jetzt zeigen sollen, was sie können. Produziert wird der Kraftstoff bereits in einer Anlage in Freiberg. Laut CAC könnten die Herstellungskosten in einer großen Industrieanlage künftig bei rund einem Euro pro Liter liegen.

Zukunft mit Gänsehaut

Unter dem Namen „Lorbeer powered by German eFuel One“ will Marc Lorbeer zeigen, dass synthetische Kraftstoffe nicht nur im Labor funktionieren. Sondern dort, wo es zählt: auf der Rennstrecke, unter Druck, bei Tempo, bei Hitze. Klingt nach Zukunft. Riecht aber noch ein bisschen nach alter Rennfahrerromantik. Und genau das ist vielleicht der Trick. Der Motorsport muss sich verändern. Aber er muss dabei nicht seine Seele an der Boxenmauer abgeben.