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  • Die B2-Agra-Brücke zwischen Markkleeberg und Leipzig muss wegen ihres schlechten Zustandes in naher Zukunft abgerissen werden.

Darum sollte ein Tunnel unter dem Agra-Park gebaut werden - und keine neue Brücke

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Brücke oder Tunnel? Die Frage um die Zukunft der B2 am Agra-Park südlich von Leipzig beschäftigt derzeit viele Menschen in der Region. Die etwa 50 Jahre alte Brücke muss nach einer neuen Untersuchung letztes Jahr in naher Zukunft abgerissen werden, weil sie nicht mehr standsicher ist. Seit Ende vergangenen Jahres wurde die Fahrbahn bereits auf zwei Spuren reduziert. Außerdem dürfen keine Lkws mehr drüber fahren und mehr als 50 Sachen sind auf dem maroden Bauwerk auch nicht mehr erlaubt.

Freistaat will aktuell Brücken-Neubaupläne am Mittwochabend vorstellen

Am Mittwochabend wird es zu dem Thema eine öffentliche Bürgerversammlung geben - ab 18 Uhr im Markkleeberger Rathaus. Dort will Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar den aktuellen Zustand des Bauwerks erklären - und die Pläne für einen Ersatzneubau sowie die Tunnelvariante und dessen Kosten eingehen. Die Planer des Freistaats gehen aktuell von rund 190 Mio. Euro für einen Tunnel und 100 Mio. für einen Ersatzneubau aus.

Darum sind die Oberbürgermeister von Leipzig und Markkleeberg strikt dagegen

Viel zu viel, sagt Markkleebergs OB Karsten Schütze. Laut den von ihm befragten Experten würden die Kosten für einen Tunnel aktuell nur bei maximal 150 Mio. Euro liegen. „Die Mitarbeiter vom Landesamt und Straßenbau, die diese Rechnung gemacht haben, wollten schon immer eine neue Brücke bauen. Und wenn Mitarbeiter, die eine Brücke bauen wollen, ausrechnen, wie teuer ein Tunnel ist, dann kann man sich ausdenken, was dabei raus kommt.“

Auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung ist ganz klar für den Bau eines Tunnels: „Wenn man die Chance hat, dort eine neue Verkehrsführung für die nächsten 100 Jahre zu bauen, dann sollte man sich trotz Mehrkosten für ein Zukunftsprojekt auf die Reise schicken - und das ist der Tunnel.“ 

Außerdem würde man dann, und das sehen beide OB´s so, zum zweiten Mal einen denkmalgeschützten Park durchschneiden. Selbst in der DDR sei das schwierig gewesen und letztlich nur auf Anweisung von ganz oben aus Berlin geschehen, so Schütze. 

 

Audio:

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung ist weiter klar für den Bau eines Tunnels:
Markkleebergs Oberbürgermeister Heiko Schütze glaubt, dass die Kostenschätzungen der Planer in Dresden falsch sind: