Deutschlandticket: DVB droht finanzielles Fiasko
Die kürzlich bekannt gewordenen Sparpläne bei den Dresdner Verkehrsbetrieben könnten nun doch bald Realität werden. Das haben Stadt und DVB am Montag eingeräumt. Grund ist das Deutschlandticket, dessen ungeklärte Finanzierung ein Millionenloch in den Etat reißt.
„Es wird nicht funktionieren, dass Dritte Leistungen bestellen, ohne sie ausreichend zu finanzieren“, erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert im Rathaus. Bund und Land hätten das Ticket bestellt, ohne eine langfristig gesicherte Finanzierung zu sichern. Zwar habe es für 2023 einen Zuschuss an die Kommunen gegeben, so das Stadtoberhaupt. Für 2024 sei aber noch alles offen.
Den DVB droht ein finanzielles Fiasko. Selbst wenn die Stadt ihren Anteil am öffentlichen Nahverkehr erhöht, bleibt ein Loch von 26 Millionen Euro im Etat der Verkehrsbetriebe.
Die Landeshauptstadt könne das nicht allein stemmen, ohne woanders zu kürzen, so Hilbert weiter. Er fordert gemeinsam mit DVB-Vorstand Lars Seiffert und Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn mehr Geld von Bund und Land, um das Deutschlandticket auf ein sicheres Fundament zu stellen.
Die Zeit drängt. Gibt es bis Herbst keine Lösung, droht ein Kahlschlag beim Angebot. Konkret heißt das: einige Buslinien in den Randbereichen würden dann wegfallen, Taktzeiten müssten ausgedehnt werden - Fähren und Bergbahnen droht das Aus.