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Darüber hat der Stadtrat in Leipzig entschieden

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Der Stadtrat ist  zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause im Neuen Rathaus zusammengekommen. Beschlossen wurde u. a. der Bebauungsplan für den Wilhelm-Leuschner-Platz. In den nächsten Jahren werden auf dem Gelände zahlreiche Wohnungen, eine Markthalle und ein Bildungscampus entstehen. Die Entscheidung des Stadtrates wurde am Donnerstag von einem Protest verschiedener Umweltschutzorganisationen vor dem Neuen Rathaus begleitet. Sie wollten die Bebauung verhindern, weil dadurch ansässige Vogelarten vertrieben und weitere Bäume gefällt werden. Die Stadt will die gefällten Bäume ersetzen und im Westen des Leuschner-Platzes eine sogenannte „Klimainsel“ gestalten. Dort sollen heimische Pflanzen angelegt werden.

Grünes Licht gab es zudem für das Quartier am Eutritzscher Freiladebahnhof: Nachdem bis zuletzt über finanzielle Sicherheiten diskutiert wurde, hat der Stadtrat nun den Bebauungsplan und den städtebaulichen Vertrag beschlossen. Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände soll Leipzigs größtes Quartier entstehen. Geplant sind 2.600 Wohnungen und Gewerbeflächen. Zudem soll ein Schul- und Sportcampus mit einer Gemeinschaftsschule und zwei Kitas errichtet werden. Auch verschiedene kulturelle und soziale Einrichtungen sind vorgesehen. Das Quartier soll autoarm und nachhaltig gestaltet werden. So ist geplant, das komplette Regenwasser auf dem Areal zu speichern und z. B. für die Bewässerung zu nutzen.

Thema war auch die Nutzung von Motorbooten mit Verbrennermotor auf dem Cospudener See. Noch hat der Freistaat nicht entschieden, ob uneingeschränkt alle Boote auf dem Cossi fahren können. Sollte das aber passieren wird die Stadt mit Rechtsmitteln dagegen vorgehen. Das hat der Stadtrat beschlossen. Vorangegangen war u. a. ein Antrag der Linken. Darin heißt es, dass neben der Erholung der Badegäste vor allem die Natur zu Schaden kommen würde. 

Weiterhin prüft die Stadt nun ob in Leipzig betreute Drogenkonsumräume eingeführt werden können. Konkret wird der Bedarf für einen mobilen Raum untersucht, in dem Betroffene hygienisch konsumieren können. Dabei sollen sie von Fachkräften betreut werden, die verhindern, dass eine zu hohe Dosis eingenommen wird. Zudem sollen sie im Notfall für schnelle medizinische Hilfe sorgen. Auch Sozialpädagogen könnten in den Räumen zum Einsatz kommen und Betroffene so in Hilfsprogramme holen können. 

Die Zukunft der „Warming Stripes“ auf der Sachsenbrücke war ebenfalls ein Thema bei der Sitzung. Diese Streifen sollen die fortschreitende Erderwärmung zeigen. Die Stadt will nun ein Konzept erarbeiten, wie die Streifen dauerhaft gezeigt werden können, ohne dass sie durch alltägliche Einflüsse geschädigt werden. Geprüft wird, ob die Streifen vielleicht umziehen müssen oder doch auf der Sachsenbrücke bleiben können. Dort haben ihnen seit der Einweihung vor gut einem Jahr vor allem die Kehrmaschinen der Stadtreinigung zugesetzt. Jetzt sind sie nur noch blass zu sehen. Das Projekt hat die Stadt und die Initiatoren 20.000 Euro gekostet. 

Die Leipzig-Pass-Mobilcard soll künftig auch als Deutschlandticket genutzt werden können. Die genaue Umsetzung will die Stadt nun prüfen. Derzeit können Leipzig-Pass-Inhaber mit der Mobilcard nur die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt nutzen. Sie zahlen dafür 35 Euro monatlich. Die Stadtverwaltung und die Verkehrsbetriebe wollen jetzt untersuchen, wie die Mobilcard in das 49-Euro-Ticket integriert werden kann, sodass Nutzer auch deutschlandweit fahren können.