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Eine Tafel für eine Unbeugsame in Hoyerswerda

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 Sie hat acht Jahre in Hoyerswerda gelebt und gehört neben Computer-Erfinder Konrad Zuse zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt. Heute wäre Brigitte Reimann 90 Jahre alt geworden. In Erinnerung an die Schriftstellerin wurde am Vormittag an der Stadtbibliothek eine Gedenktafel enthüllt.

 Reimann gehörte zu den bekanntesten Autorinnen in der DDR. In den 1960er Jahren wohnte sie in der Hoyerswerdaer Neustadt, arbeitete in einer Rohrlegerbrigade in Schwarze Pumpe und leitete einen Zirkel schreibender Arbeiter. Ihre Eindrücke von der Stadt, den Menschen, der Arbeit flossen ein in die Erzählung „Ankunft im Alltag“. Ihr wohl bekanntestes Werk wurde nach ihrem Tod veröffentlicht – der Roman „Franziska Linkerhand“.  Sie war kritisch, für die DDR-Oberen zu kritisch. Reimann starb mit 39 Jahren an Krebs.

In der Stadtbibliothek Hoyerswerda ist ihr ein Kabinett gewidmet. Außerdem erinnert derzeit eine Sonderausstellung im Stadtmuseum an Leben und Werk der Schriftstellerin. Vor einem Jahr tauchte ein Zufallsfund auf. Unter der Kellertreppe des Plattenbaublocks, in dem Reimann damals wohnte, entdeckten Beschäftigte einer Beräumungsfirma einen Karton mit Schriftstücken. Darunter waren fünf handgeschriebene Kapitel und ein ein unvollständiges Typoskript des Buchs „Die Geschwister“. Der Fund ist fast komplett in der Ausstellung zu sehen. Sie wird noch bis 3. September gezeigt. (kmk mit dpa)

Audio:

Renate Barth wohnte fast Tür an Tür mit Brigitte Reimann. Mit ihr sprach Reporter Knut-Michael Kunoth
Wie gut kennen Einwohner von Hoyerswerda die Schriftstellerin Brigitte Reimann?