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  • Emma liegt in ihrem Wärmebettchen, umgeben von Schläuchen, weichen Decken und gedämpftem Licht. Neben ihrem Gesicht sitzt eine kleine gehäkelte Krake.

Emma und die Kuschel-Krake

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Emma liegt in ihrem Wärmebettchen, umgeben von Schläuchen, weichen Decken und gedämpftem Licht. Neben ihrem Gesicht sitzt eine kleine gehäkelte Krake. Orange, freundlich, mit einem aufgestickten Lächeln. Emmas winzige Finger umfassen einen der weichen Tentakel. Ein unscheinbarer Moment – und doch erzählt er viel über Halt, Geborgenheit und einen schweren Start ins Leben.

Emma kam in der Schwangerschaftswoche 26+1 zur Welt, mehr als 14 Wochen zu früh. Sie wog nur 845 Gramm und war 36 Zentimeter groß. Zahlen, die kaum erahnen lassen, wie viel Kraft in diesem kleinen Körper steckt. Vom ersten Tag an kämpfte sie sich Schritt für Schritt voran.

Warum die Tentakel so wichtig sind

Was kann ein gehäkeltes Stofftier auf einer neonatologischen Intensivstation bewirken? Erstaunlich viel. Die Arme der kleinen Oktopusse erinnern Frühgeborene an die Nabelschnur, die sie im Bauch der Mutter automatisch umgreifen. Nach der Geburt greifen viele Babys reflexartig nach Sonden oder lebenswichtigen Schläuchen. Die weichen Tentakel bieten ihnen eine sichere Alternative.

„Wenn sich die Frühchen daran festhalten, schenkt ihnen das ein bisschen Sicherheit“, erklärt Katrin Höpner, Pflegebereichsleiterin der Neonatologie im Klinikum Chemnitz. Das Team beobachte häufig, dass sich Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung stabilisieren und die Kinder seltener nach ihren Sonden greifen.

Eine Spende aus eigener Erfahrung

Hinter Emmas kleinem Begleiter steckt Lena Rossa aus Mildenau im Erzgebirge. Vor fünf Jahren verbrachte ihre Tochter Elly selbst vier Wochen auf der Frühgeborenenstation des Klinikums Chemnitz. Lena weiß deshalb, wie sehr hochspezialisierte Medizin und menschliche Nähe zusammengehören. Nun hat sie bereits zum zweiten Mal selbst gehäkelte Kraken und Quallen für die Station gespendet.

Jede Masche trägt dabei ein Stück persönliche Geschichte. Aus einer belastenden Erinnerung ist eine liebevolle Hilfe für andere Familien geworden.

Kleine Fortschritte, große Hoffnung

Mehr als einen Monat nach ihrer Geburt entwickelt sich Emma gut. Sie trinkt fleißig ihre Milch, kuschelt beim sogenannten Kängu-ruhen Haut an Haut mit ihren Eltern und sammelt täglich neue Kraft.

Und die Krake? Sie bleibt an ihrer Seite. Wieder schließen sich Emmas Finger um einen Tentakel. So wird aus einem Stück Wolle eine kleine Stütze – und aus einem winzigen Griff ein Zeichen dafür, dass Emma ihren Weg ins Leben fest in der Hand hält.