Landrat: „Net Zero Valley darf nicht nur Marketing-Instrument sein“
Der Strukturwandel läuft. Aber Projekte kommen mancherorts nur langsam voran. Das liegt vor allem an komplizierten und vor allem langwierigen Genehmigungs- und Planungsverfahren. So wollte ein Unternehmer in Rietschen eine Biogasanlage errichten. Die Knoblauchkröte durchkreuzte seine Pläne. Einige wenige Tiere dieser gefährdeten Art waren auf dem potentiellen Baufeld entdeckt worden. Der Investor warf das Handtuch. Er suchte sich einen anderen Standort.
Bald soll es weniger Hürden für Investoren in der Lausitz geben. Das Zauberwort heißt: Net Zero Valley. Die Lausitz wird erste klimaneutrale Modell-Region in Europa. Am 16. Dezember wird der den Ausweisungsbeschluss übergeben. Die EU-Initiative der EU verfolgt die Ziele, die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen, die Technologieabhängigkeit zu reduzieren und die Klima- und Energieziele zu erreichen. In den Valleys („Tälern“) soll ein besonders attraktives Umfeld für die Ansiedlung von Produktionsanlagen von sogenannten saubere Technologien geschaffen werden.
Der Görlitzer Landrat Stephan Meyer spricht von einem Meilenstein. Dafür müssten aber die Planungs- und Genehmigungsverfahren angepasst, also beschleunigt werden, so seine Forderung an den Bund. „Ansonsten ist es nur ein Marketing-Instrument. Wir wollen natürlich schneller sein bei der Entwicklung von Gewerbeflächen.“
Die Lausitz hat die Absicht, sich in ihrem Valley vor allem auf die Bereiche Batterie- und Speichertechnologien, Wasserstoff- und Stromnetztechnologien sowie Technologien zur Energieeffizienz und Sektorkopplung zu konzentrieren.
