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  • Mehrere hundert streikende Lehrkräfte versammelten sich am Montagmittag auf dem Hauptmarkt.

Das war der Lehrerstreik auf dem Hauptmarkt

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Die Ratschen und Pfeifen auf dem Hauptmarkt waren beim Warnstreik der Lehrkräfte am Montagmittag nicht zu überhören. Handgezählte 350 bis 400 Personen waren der Einladung der Gewerkschaften GEW und SLV gefolgt, um gegen die aktuellen Bedingungen im Lehrerberuf ihre Stimme zu erheben. Die Interessen gingen dabei teils etwas auseinander.

Die offizielle Forderung lautete: „Mehr Lohn!“ Genauer gesagt sieben Prozent und mindestens 300 Euro. In den bisherigen Tarifverhandlungen gab es dahingehend noch keine Einigung. Tobias Andrä, Vorsitzender des GEW-Bezirksverbands Chemnitz, bezeichnete den bisherigen Vorschlag der Arbeitgeberseite als inakzeptabel: „Was da präsentiert wurde, würde für uns eine Bockwurst mehr pro Jahr bedeuten.“

Vor allem ältere Kollegen, die nicht von einer Verbeamtung profitieren können, fordern einen finanziellen Ausgleich, leisten sie doch dieselbe Arbeit. Dass die Kassen im Freistaat Sachsen derzeit klamm sind, wollten nur wenige der Befragten wahrhaben. „Der Freistaat schwimmt im Geld, er setzt nur die Prioritäten falsch und wirft es zum Fenster raus“, so Tobias Andrä.

Einigen Teilnehmern ging es wiederum nicht ums Geld, sondern um die Verbesserung der Zustände an den Schulen. Marode Gebäude, Lehrermangel, Unterrichtsausfall waren die Themen, die dabei angesprochen wurden. Diese Probleme ließen sich nicht durch eine Lohnerhöhung beheben, hieß es. Stattdessen müsse die Belastung heruntergefahren werden. 

Audio:

Die geschnittene Umfrage zum Nachhören:
Tobias Andrä (Vorsitzender des GEW-Bezirksverbands Chemnitz):