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Mähroboter: Gefahr für Igel

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„Wieder einer“ – mit diesen Worten beschreibt Manuela Kleemann aus der Wildtierauffangstation im Naturschutz Tierpark Görlitz einen traurigen Alltag. Immer häufiger werden schwer verletzte Igel eingeliefert, deren Wunden eindeutig auf Mähroboter zurückzuführen sind. In vielen Fällen sind die Verletzungen so gravierend, dass nur noch das Einschläfern bleibt.

Die Tiere wirken auf den ersten Blick oft unversehrt. Doch beim Umdrehen zeigt sich das ganze Ausmaß: schwere Verstümmelungen, besonders im Kopfbereich. Laut einer Untersuchung des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung aus dem Jahr 2022 steigt die Zahl solcher Fälle parallel zum Boom der Geräte – jährlich wächst der Absatz von Mährobotern um etwa 12 Prozent.

Das Problem liegt im Verhalten der Igel: Statt zu fliehen, rollen sie sich bei Gefahr zusammen und vertrauen auf ihre Stacheln. Gegen natürliche Feinde funktioniert das. Gegen rotierende Klingen nicht. Besonders kritisch ist die Nacht, denn genau dann sind Igel aktiv – und viele Geräte ebenfalls.

Die einfache Lösung: Mähroboter tagsüber laufen lassen oder nachts komplett ausschalten. So lässt sich verhindern, dass der eigene Garten zur tödlichen Falle wird.

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Reporter Matthias Zilch