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  • Der Tatort - das Tanzlokal "Zwei Linden" im Görlitzer Stadtteil Rauschwalde

Nach Angriff auf Disco in Görlitz: Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen prüfen

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Der Angriff auf Gäste der Görlitzer Disco „Zwei Linden“  am vergangenen Wochenende hat nicht nur strafrechtliche Konsequenzen. So ein Vorfall dürfe sich nicht wiederholen, sagte Oberbürgermeister Octavian Ursu heute nach einer Sicherheitsberatung unserem Sender. Der OB kündigte die Prüfung von  Sicherheitskonzepten für Veranstaltungen an. „Wir werden uns anschauen, ob genügend Sicherheitspersonal da ist.“ Gegebenenfalls müssten die Konzepte angepasst werden. Das gelte für alle Veranstaltungen in Görlitz.

 OB Ursu: „Ich verurteile die Vorkommnisse am vergangenen Samstag aufs Schärfste und bitte alle Bürgerinnen und Bürger, Aufrufen zu unüberlegten und ggf. strafbaren Handlungen, die laut meinem Kenntnisstand in den sozialen Medien kursieren, nicht zu folgen. Die Sicherheitsbehörden leisten professionelle Arbeit, um die Verantwortlichen zügig zur Rechenschaft zu ziehen.“

Aus einer Gruppe heraus wurden am frühen Samstagmorgen deutsche Partygäste  vor der Diskothek im Görlitzer Stadtteil Rauschwalde mit zerbrochenen Flaschen attackiert. Dabei wurden fünf Deutsche im Alter von 18 bis 48 Jahren verletzt. Die Polizei ermittelte zwölf Tatverdächtige: Syrer, Türken, einen Iraker und einen Libanesen. Gestern wurden gegen fünf Tatverdächtige Haftbefehle erlassen, und zwar wegen Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall. Drei Syrer im Alter von 19, 21 und 34 Jahren kamen hinter Gitter. Gegen zwei Türken – 22 und 28 Jahre alt -  wurden die Haftbefehle gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Sie sind wieder frei.

Die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft bitten weiterhin sachdienliche Hinweise, insbesondere Handyaufnahmen, an folgende Adresse zu richten: medien.pd-gr@polizei.sachsen.de

Weitere Reaktionen auf den Angriff

CDU-Kreisverbandschef  Florian kritisierte den Vorfall.  „Die Bilder sind unerträglich. Wenn sich junge Männer zusammenrotten und andere bedrohen oder verletzen, dann müssen Polizei und Justiz durchgreifen. Wir brauchen ein beschleunigtes Verfahren, damit der Sachverhalt rasch aufgeklärt wird und die Strafe der Tat auf dem Fuße folgen kann. Es muss klar sein: Bei uns gilt das Recht des Staates. Dazu gehört der Respekt gegenüber Sicherheitsbehörden und Mitmenschen. Die Nationalität und der Aufenthaltsstatus der Männer muss unbedingt nachvollzogen werden, gleichzeitig darf es keine falschen Vorverurteilungen der Menschen geben, die hier friedlich leben. In Gedanken sind wir bei den Verletzten und wünschen ihnen schnelle und vollständige Genesung!“„

Das Kommunalpolitische Netzwerk Motor Görlitz e.V. hofft auf eine schnelle Aufklärung und Bestrafung der Verantwortlichen der Massenschlägerei. Trotz der emotional aufgeladenen Stimmung ruft Motor Görlitz zur Besonnenheit auf. Es brauche jetzt den Zusammenhalt der friedlichen Mehrheit der Stadtgesellschaft.

Motor-Sprecher Axel Krüger: “Kriminelle Gewalttäter sind kriminelle Gewalttäter. Ohne Ansehen der Herkunft, der Hautfarbe, des Milieus und der kulturellen Prägung. Es gibt keine akzeptable Entschuldigung für jedweden Versuch, Menschen zu bedrängen, zu belästigen und einzuschüchtern.„

Stadtrat  Mike Altmann, Motor Görlitz: “Gewalttätige Gruppen in unserer Stadt sind nicht hinnehmbar. Wer hier lebt, hat sich an unsere Regeln des Zusammenlebens zu halten. Damit meine ich vor allem das Gewaltmonopol des Staates und den Respekt vor Frauen, Homosexuellen und Menschen anderen Glaubens.„

Der Erste Beigeordnete des Landkreises Görlitz, Thomas Gampe: “Ich verurteile die Geschehnisse  vehement. Wir stehen in engem Kontakt mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft sowie der Stadt Görlitz und werden die Ermittlungen für eine rasche Aufklärung nach unseren Möglichkeiten unterstützen. Sobald konkrete Erkenntnisse zu den Beschuldigten vorliegen, erwarten diese, die erforderlichen Konsequenzen.„