- Dieses Blitzerfoto führte zu einer Debatte, aus der die Stadt Taucha nun lernen möchte.
Nach Fall um Feuerwehrmann Ray Lange: Taucha baut Verwaltung um
Die Stadt Taucha zieht nach dem umstrittenen Bußgeldverfahren gegen Feuerwehrmann Ray Lange Konsequenzen. Die Verwaltung soll neu organisiert werden: Zum 1. Januar 2027 entsteht der neue Fachbereich „Bürgerdienste“. Gleichzeitig wird der bisherige Leiter des Fachbereichs „Öffentliche Sicherheit und Soziales“ vorzeitig von seinen Aufgaben entbunden.
Bürgermeister Tobias Meier äußert sich selbst nicht direkt zu den Veränderungen. Uns liegt jedoch eine schriftliche Stellungnahme des Rathauschefs vor. Darin erklärt Meier, dass die öffentliche Diskussion rund um den Fall gezeigt habe, dass einzelne Fachverfahren, interne Abläufe und Kommunikationswege verbessert werden müssten.
Fall Ray Lange sorgte bundesweit für Aufsehen
Auslöser war der Fall des Tauchaer Feuerwehrmanns Ray Lange. Nach einem Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr im Mai 2025 war Lange während einer Einsatzfahrt mit einem Feuerwehrfahrzeug geblitzt worden. Das Ordnungsamt hatte daraufhin ein Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot verhängt. Lange wehrte sich gegen die Entscheidung.
Das Verfahren sorgte über Taucha hinaus für Aufmerksamkeit. Das Amtsgericht Eilenburg sprach den Feuerwehrmann schließlich frei. Das Gericht stellte fest, dass die Beschilderung der Tempo-30-Zone zum Tatzeitpunkt nicht rechtssicher nachgewiesen werden konnte. Zudem spielten die Umstände der Einsatzfahrt und die Sonderrechte der Feuerwehr eine Rolle.
Neuer Fachbereich bündelt zentrale Aufgaben
Mit der geplanten Neuordnung soll der bisherige Fachbereich „Öffentliche Sicherheit und Soziales“ zum Jahresbeginn 2027 in den neuen Bereich „Bürgerdienste“ übergehen. Dort sollen künftig unter anderem folgende Aufgaben gebündelt werden:
- Bürgerbüro
- Einwohnermeldeamt
- Gewerbeamt
- Standesamt
- Straßenverkehrsbehörde
- Bußgeldstelle
- Gemeindevollzugsdienst
- Brandschutz, Freiwillige Feuerwehr sowie Zivil- und Katastrophenschutz
Ziel sei es laut Bürgermeister, Zuständigkeiten klarer zu regeln, Abläufe nachvollziehbarer zu machen und die Verwaltung bürgerfreundlicher aufzustellen.
Amtsleiter geht vorzeitig
Der bisherige Leiter des Fachbereichs „Öffentliche Sicherheit und Soziales“ sollte eigentlich erst zum 30. Juni 2027 in den Ruhestand gehen. Die Stadt will die Leitung des neuen Fachbereichs „Bürgerdienste“ jedoch bereits zum 1. Januar 2027 neu besetzen.
Deshalb wird der bisherige Fachbereichsleiter zum Jahresbeginn von seinen Dienstaufgaben freigestellt. Bis zu seinem Ausscheiden erhält er weiterhin seine Bezüge.
Feuerwehr künftig wieder direkt angebunden
Das Thema Feuerwehr soll ebenfalls neu eingeordnet werden. Seit März 2026 ist der Bereich Brandschutz und Freiwillige Feuerwehr direkt dem Bürgermeister zugeordnet. Ab Januar 2027 wird er Teil des neuen Fachbereichs „Bürgerdienste“.
Meier betont, die Zusammenarbeit mit den Kameraden solle künftig direkter und transparenter laufen. Entscheidungen müssten schnell und klar getroffen werden.
Auch beim Gemeindevollzugsdienst wurden laut Stadt bereits Aufgaben und Abläufe verändert. Die sozialen Bereiche werden dagegen teilweise anders verteilt: Schulsozialarbeit und Jugendclub wechseln in den Bereich Innere Verwaltung, das Jugendparlament wird künftig direkt dem Bürgermeisterbereich zugeordnet.
Bürgermeister Meier erklärt, die Stadt wolle aus der Debatte um den Fall Ray Lange lernen und das Vertrauen in die Verwaltung stärken.
