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Pöhla: Pilotprojekt zur Indium-Gewinnung gestartet

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Das Erzgebirge könnte bei der Gewinnung wichtiger Rohstoffe bald eine Schlüsselrolle spielen. Das Freiberger Bergbauunternehmen Saxore hat in Pöhla erste Probebohrungen für den Abbau von Indium abgeschlossen. Getestet wird ein neues Verfahren, bei dem Mikroorganismen den Rohstoff aus dem Gestein lösen – ganz ohne Sprengungen. 

Schätzungen gehen von 700 Tonnen Indium aus

In der Region um Tellerhäuser liegen schätzungsweise 700 Tonnen Indium. Das Metall ist für Halbleiter und Solartechnik unverzichtbar. Bis der Abbau starten kann, dauert es noch, das Genehmigungsverfahren läuft. Derzeit ist die heimische Industrie nach Angaben der Bundesregierung bei Metallerzen und -konzentraten zu fast 100 Prozent von Importen abhängig.

Unter-Tage-Bohrungen für schonende Erzgewinnung

Die Forschung ist Teil des EU-Projekts „Xtract“ zu nachhaltigen Lösungen für den Bergbau der Zukunft. Neun Länder sind an dem Projekt beteiligt. Die EU unterstützt das Projekt mit fünf Millionen Euro. „Mit den Unter-Tage-Bohrungen verlässt XTRACT die reine Konzept- und Laborphase und erreicht die Lagerstätte selbst“, sagt Matthias Faust, Geschäftsführer der Saxore Bergbau GmbH. „Für Saxore ist das mehr als ein Forschungsmeilenstein. Es ist ein Signal, dass Deutschland wieder in der Lage sein kann, eigene kritische Metalle verantwortungsvoll, technologieoffen und mit höchsten Umweltstandards zu erschließen. Wenn Deutschland bei Schlüsseltechnologien wie Halbleitern, KI-Infrastruktur oder Solartechnologie souveräner werden will, muss es auch auf die eigene Rohstoffbasis zugreifen können.“ 

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Matthias Faust