- Der Angeklagte im Gespräch mit seiner Anwältin.
Pole gesteht Spenden-Raub in Görlitz: Viereinhalb Jahre Gefängnis
Im Raubprozess vor dem Landgericht Görlitz hat der Angeklagte gestanden. Der 41-jährige Pole gab heute zu Verhandlungsbeginn zu, im September vergangenen Jahres eine Kundin im Selbstbedienungs-Terminal der Sparkasse an der Berliner Straße überfallen zu haben. Die Sekretärin wollte Spenden aus einem Fest für die Görlitzer Bahnhofsmission einzahlen – insgesamt 2.200 Euro. Der Angeklagte lauerte ihr im SB-Bereich auf, stellte sich neben sie und stieß sie zu Boden. Als die 68-Jährige nach der Geldtasche griff, schlug er sie, riss fast 1.700 Euro der Kollekte an sich und lief weg.
„Plötzlich spürte ich einen Schlag. Geld flog durch die Luft“
Er war am Vormittag vor der Tat aus der Haft entlassen und nach Polen abgeschoben worden. Wenige Stunden später kehrte er zurück, trank im Görlitzer Stadtpark Wodka, zog anschließend ziellos durch die Stadt und flüchtete sich abends vor dem starken Regen in den SB-Bereich der Sparkasse.
„Plötzlich spürte ich einen Schlag. Das Geld flog durch die Luft“, schilderte die Mitarbeiterin der Görlitzer Stadtmission. Sie war wütend. Sie wehrte sich, wollte das Geld zurück. „Wir haben uns doch so über die Kollekte gefreut.“ Mit den geraubten Spenden fuhr der Angeklagte nach Berlin. Was er dort wollte, wusste er selbst nicht. „Ich hatte kein Ziel“, sagte er. Der Angeklagte saß in seinem Leben bereits viele Jahre im Gefängnis. Seine Strafakte hat mehr als 20 Einträge.
Er bat die Mitarbeiterin der Stadtmission um Entschuldigung. Sie nahm an.
Das Urteil: Vier Jahre und sechs Monate Gefängnis. Richter Jörg Küsgen sprach von einem hinterlistigen Überfall. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
