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Prozess gegen ehemaligen Krankenpflegeschüler

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Ein Krankenpflegeschüler hat einem Patienten eine harmlose Kochsalzlösung gespritzt. Die Ampulle mit dem für den Kranken bestimmten Schmerzmittel nahm er mit nach Hause. Dort spritzte er sich das synthetische Opioid. Der 21-Jährige wurde gestern vom Amtsgericht Görlitz verurteilt: 600 Euro soll er an eine Selbsthilfe für Suchtkranke zahlen. 

Der Angeklagte räumte die Tat und sein Fehlverhalten ein – ohne Wenn und Aber. Und er erklärte, warum er das getan hat. Er sprach von psychischen Problemen. Mit 17 hatte er sich seinen Eltern als bisexuell geoutet. Sein Vater habe mit Unverständnis darauf reagiert.  Es gab Probleme in der Schule. Er fühlte sich ignoriert, abgelehnt, zog sich zurück. Ein Suizidversuch. Die Ausbildung wollte er unbedingt durchziehen. Kurz vor der Prüfung spritze er sich das Piritramid gegen die Depressionen. „Ich hatte für drei Stunden Ruhe. Die vollkommene Freiheit.“ Nach bestandener Prüfung flog er raus. Zuvor hatte er sich einer Schwester auf Station offenbart.  Inzwischen hat der junge Mann Arbeit gefunden. Er bekomme nun auch Unterstützung von seinen Eltern

Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin und verhängte eine Geldauflage nach Jugendstrafrecht. Der Verteidiger sprach von einer einmaligen  „Episode im Leben“ seines Mandanten. Er hielt auch eine Verwarnung für angemessen.

Verteidiger: „Episode in seinem Leben“ – Verwarnung