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Rund 7.000 Simson-Fans in Zwickau - Besucher rufen rechte Parolen

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Mehr als 7.000 Simson-Fans sind in Zwickau zum deutschlandweit größten Treffen rund um die DDR-Kultmarke angereist. Die Veranstaltung sei lange gewesen, habe aber im Großen und Ganzen - mit ein paar Ausnahmen - Spaß gemacht, sagte Veranstalter Dominic Würfel. Einst waren die Mopeds im thüringischen Suhl hergestellt worden. Beim 21. Zwickauer Simson-Treffen auf dem Flugplatz standen seit Donnerstag (13. Juli) verschiedene Wettbewerbe auf dem Programm.

Am Samstag - dem Höhepunkt der Veranstaltung - gab es zudem eine Aftershow-Party mit Musik. Neben den nach Vögeln benannten älteren Modellen - allen voran der legendären Schwalbe - genießen auch die Vorwende-Maschinen S 50 und S 51 Kultstatus. Besonders beliebt sind die aus DDR-Zeiten stammenden Fahrzeuge, weil sie laut Einigungsvertrag offiziell Höchstgeschwindigkeiten von 60 Kilometern pro Stunde erreichen dürfen - mehr als vergleichbare Maschinen derselben Klassen, die mit Mopedführerschein gefahren werden dürfen.

Schätzungsweise seien von einst mehr als fünf Millionen gebauten Simson-Mopeds noch rund 500.000 allein auf deutschen Straßen unterwegs. Demnach wurden bis 1991 fast 6 Millionen Fahrzeuge gebaut. Die Mopeds wurden in über 20 Länder exportiert - unter anderem nach Ungarn, Angola, Ägypten und Marokko.

Laut Polizei wurden in der Nacht zu Sonntag Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes drei männliche Jugendliche im Alter von 14, 17 und 20 Jahren sowie eine 19-jährige Frau festgestellt, die verfassungswidrige Parolen skandierten. Die vier deutschen Tatverdächtigen werden sich nun wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen verantworten müssen. Die Minderjährigen wurden nach Abschluss der Maßnahmen an ihre Eltern übergeben. Dominic Würfel distanzierte sich ganz klar von den betroffenen Gästen und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Polizei. „So etwas hat auf dem Treffen nichts zu suchen, hier geht es nur um Simson, Spaß und Feiern und nicht um rechts, links oder sonst irgendetwas“, so Würfel. (mit dpa)

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