„Schildbürgerstreich“ am Schloßteich
Manchmal fehlen nur ein paar Zentimeter – und schon kommt der ganze Verkehr ins Stocken….
Am Schlossteich in Chemnitz sorgt ein zu niedriges Geländer dafür, dass Radfahrer ihre Runde plötzlich unterbrechen müssen. Circuitus interruptus sozusagen: rollen, stoppen, absteigen, schieben – und danach darf es weitergehen.
30 Meter Verkehrspause
Der Grund für den unfreiwilligen Zwischenstopp steht am Wehr. Dort ist das denkmalgeschützte Geländer einige Zentimeter niedriger, als es die heute gültigen Vorgaben verlangen. Die Folge: Schilder fordern Radfahrer auf, vom Sattel zu steigen. Rund 30 Meter müssen sie ihr Bike über die Brücke schieben. Erst danach darf der Verkehr wieder rollen. Ausgerechnet nach einer umfangreichen Sanierung sorgt damit etwas zu kurz Geratenes für eine längere Unterbrechung.
450.000 Euro – aber ein paar Zentimeter fehlen
Seit Anfang März hat die Stadt rund 500 Meter Wege in den historischen Schloßteichanlagen erneuert. Kostenpunkt: rund 450.000 Euro.
Planung und Bau wurden eng mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Umso kurioser ist das Ergebnis: Am Ende entscheiden wenige Zentimeter darüber, ob gefahren oder geschoben werden darf.
Bleibt nur die Frage, wie ernst die Schiebezone im Alltag genommen wird. Denn wo der Weg frei aussieht, dürfte bei manchem Radler die Versuchung groß sein, die vorgeschriebene Unterbrechung einfach ausfallen zu lassen. Die Lust sollte ja nicht wegen ein paar fehlenden Zentimeter unterbrochen werden…
