- Kinder-Resilienz-Trainerin Tina Steinke in Aktion: Sie unterstützt Kinder durch Besuche vor Ort und arbeitet an ihrem Selbstbewusstsein.
Schluss mit Ausgrenzung: Das ist Leipzigs neue Mobbingflüsterin
Mobbing, Beleidigungen und Ausgrenzung. Das ist die bittere Realität, die sich auf vielen Schulhöfen abspielt. Genau an diesem kritischen Punkt setzt die Leipzigerin Tina Steinke an. Die Spezialistin für Resilienz und Lebenskompetenz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Leipziger Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren innerlich stark zu machen.
Ein ganz persönlicher Antrieb
Warum sie das macht, hat einen sehr persönlichen Hintergrund: Ihre eigene, damals noch sehr junge Tochter war selbst von Ausgrenzung betroffen. Damals fehlte Tina das richtige Werkzeug, um zu helfen. „Da war ich tatsächlich auch als Mama sehr hilflos“, erinnert sie sich. Auch deshalb wurde sie Resilienz-Trainerin.
Warum das Thema uns alle angeht
Wie wichtig dieses Training ist, zeigt sich in den extremen Ausmaßen, die Mobbing heute annimmt. Manche Kinder haben regelrecht „Angst vor der Schule“. Die sozialen Wunden aus der Kindheit zieht man oft unterbewusst durchs ganze Leben. Letztendlich ist ein Klassenraum laut Tina „nur ein Spiegelbild von was Großem“ – unserer Gesellschaft.
Die eigentliche Lösung liegt daher bei der schweigenden Mehrheit. „Mobbing lebt von den 90% der Kinder oder auch Erwachsenen, die wegschauen, die was tun könnten, die aber Angst haben, selber dran zu sein“, betont sie.
Körperarbeit statt trockener Theorie
Und wie arbeitet sie nun mit den Kids? Wenn sie heute in Leipziger Kitas und Schulklassen geht, gibt es keine langweiligen Vorträge. Stattdessen setzt sie auf Rollenspiele, Bewegung und Körperarbeit. Durch das ständige physische Üben verinnerlichen Kinder, wie sie klare Grenzen setzen. „Aber dein Körper, der erinnert sich“, erklärt die Trainerin den neurobiologischen Hintergrund.
Ihre klare Forderung an das System
Aktuell wird sie oft nur für Projekttage gebucht, weil langfristige Begleitung an knappen Schulbudgets scheitert. Ihre Forderung an die Politik ist daher deutlich: Soziales Lernen müsse wie Lesen oder Rechnen regelmäßig stattfinden und dürfe keine Frage des Geldes sein. „Wir brauchen in den Schulen mehr als nur Mathe, Deutsch und Englisch. Wir brauchen soziale Kompetenzen“, fordert die Trainerin.
Ihre wichtigste Botschaft an die Kinder fasst sie abschließend so zusammen: „Glaubt an euch mit allem, was euch ausmacht. Liebt euch und vor allen Dingen liebt auch die anderen. Haltet zusammen und schafft das gemeinsam“.
Neben den Besuchen bei Schulklassen und Kitas gibt sie übrigens auch private Kurse. Sie finden Tina Steinke online unter diesem Link.