Aus Angst vor Großdemo: Innenstadt-Händler verbarrikadieren sich
Aus Sorge vor möglichen Ausschreitungen bei der für morgen angekündigten Großdemo von „Gen Z regelt“ haben mehrere Händler in der Leipziger Innenstadt ihre Geschäfte zusätzlich gesichert. Vor einigen Läden wurden dafür riesige Holzfassaden angebracht.
„Es muss ja nicht sein, dass etwas passiert. Aber besser Vorsicht als Nachsicht“, sagte uns einer der Ladenbesitzer. Mit größeren Ausschreitungen rechne zwar keiner hier, trotzdem seien sie froh über die zusätzlichen Schutzmaßnahmen.
Die Initiative dazu ging allerdings nicht direkt von den Geschäften aus. Teilweise hätten Vermieter die Sicherungen veranlasst, in anderen Fällen die jeweiligen Unternehmenszentralen außerhalb Leipzigs.
Die Maßnahmen sind für die Händler auch mit Kosten verbunden. „Solche Barrikaden sind echt teuer. Wir wissen auch noch nicht, wann sie wieder wegkommen. Aber was sein muss, muss sein“, so ein anderer Ladenbesitzer. Alle hoffen, dass nichts passiert.
Die Leipziger Polizei nimmt die Sorgen der Händler sehr ernst. „Da natürlich die Bilder aus Frankreich und Italien sehr präsent sind“, wie Polizeisprecher Olaf Hoppe uns erklärt hat. Man werde das Versammlungsgeschehen und alles ringsherum genau im Blick haben.
Darum wird demonstriert
Protestiert wird wie in Frankreich und Italien gegen zu wenige Investitionen in marode Schulen und Kürzungen im Sozialbereich. Außerdem gegen die Pläne zur Einführung der Wehrpflicht und in Leipzig speziell noch gegen die Ansiedlung verschiedener Rüstungsfirmen.
So soll die Demo ablaufen
Angemeldet ist sie von 14 bis 17 Uhr. Die geplante Route führt vom Augustusplatz (Gewandhausseite) über die Mittelfahrbahn des Innenstadtrings im Uhrzeigersinn zum Richard-Wagner-Platz und weiter über Brühl und Goethestraße zurück zum Augustusplatz.
Offiziell beim Ordnungsamt über einen privaten Veranstalter angemeldet sind 2.500 Teilnehmer, in sozialen Netzwerken haben schon über 5.000 ihre Teilnahme zugesagt. Polizei und Ordnungsamt rechnen mit einem friedlichen Verlauf. Kritische Einrichtungen und Objekte sollen durch die Polizei speziell geschützt werden, heißt es.







