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  • Torsten Seiler (Leiter Investitionen SEDD), Gunda Röstel (Kaufmännische Geschäftsführerin SEDD), Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen und Ralf Strothteicher (Technischer Geschäftsführer SEDD)

Neuer Wasserkanal für Dresdens Chipindustrie

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Mit der Erweiterung der Chip-Industrie im Dresdner Norden steigt auch der Wasserverbrauch erheblich an. Die Stadtentwässerung baut deshalb einen neuen, zehn Kilometer langen Abwasserkanal zur Kläranlage Kaditz.

Das Projekt wird voraussichtlich vier Jahre in Anspruch nehmen. Rund 70 Millionen Euro werden investiert. Damit entsteht neben dem Altstädter und dem Neustädter Abfangkanal ein dritter großer in Dresden. Er soll bei Infineon beginnen und bis zum Klärwerk Kaditz verlaufen.

Am 20. Juli 2023 feierte die Stadtentwässerung Dresden den Baustart für den sogenannten Industriesammler Nord im Beisein der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen sowie der beiden SEDD-Geschäftsführer Gunda Röstel und Ralf Strothteicher. Der symbolische Erste Spatenstich erfolgte 200 Meter vor der Kläranlage Dresden-Kaditz, dort wo in der Scharfenberger Straße der neue Kanal in den vorhandenen Neustädter Abfangkanal mündet.

Mehr Abwasser aus der Industrie

Vor allem wegen großer Industrie-Ansiedlungen im Dresdner Norden sind die Abwassermengen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. 2018 leitete die Industrie noch knapp sieben Millionen Kubikmeter Abwasser ein. „Im vergangenen Jahr waren es bereits 10,2 Millionen Kubikmeter, das entspricht einem Fünftel des Dresdner Abwassers, das wir in Kaditz behandeln“, erklärt Ralf Strothteicher, Technischer Geschäftsführer der SEDD.

Und die Halbleiter-Industrie wächst weiter. Allein die Werke von Globalfoundries, Infineon, Bosch und X-Fab leiten schon jetzt 93 Prozent der Dresdner Industrie-Abwässer ein. Zum Vergleich: Die Abwassermenge aus der Chipindustrie entspricht dem von 250.000 Einwohnern. Seit diesem Jahr baut Infineon mit seinen bisher rund 3.200 Beschäftigten noch seinen Dresdner Standort an der Königsbrücker Straße kräftig aus. An der Südostecke entsteht bis 2026 ein Neubau für rund 1.000 zusätzliche Jobs.

Der große Nord-Anschluss: Leistungsfähiger dritter Hauptkanal kommt

„Damit wäre das vorhandene Kanalnetz überlastet“, erläutert Strothteicher. Deshalb baut die Stadtentwässerung den rund zehn Kilometer langen Industriesammler Nord. Mit dem rund 70 Millionen Euro teuren Großprojekt sollen das rechtselbische Kanalnetz entlastet und die Möglichkeiten für die weitere industrielle Entwicklung geschaffen werden.

Künftig wird das Abwasser direkt von den Gewerbegebieten zur Kläranlage geleitet. „Damit entsteht neben dem Altstädter und Neustädter ein dritter großer Abfangkanal in Dresden“. Bisher fließen diese Abwässer zum Neustädter Abfangkanal und dann zum Kaditzer Klärwerk. Der neue Kanal soll im Gewerbegebiet von Infineon an der Königsbrücker Straße beginnen, dann über den Heller bis zum A 4-Anschluss Wilder Mann führen. In dem Bereich ist der Anschluss aus dem Gewerbegebieten Wilschdorf mit Gobalfoundries geplant. Der neue Industriesammler soll dann weiter entlang der Autobahn bis zum Klärwerk Kaditz verlaufen.