- Das Landgericht Leipzig, hier wurde der Mann im Dezember 2012 zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Stückelmörder zurück in Leipzig: Er macht eine Umschulung zum Bürokaufmann
Er ist Mitte 30 und plötzlich wieder da: Nachdem Benjamin H., der Stückelmörder von Leipzig, im vergangenen Jahr aus der Haft entlassen wurde, lebt er offenbar wieder im Osten in der Messestadt. Das haben uns Hörer berichtet: „Der hat sich nicht einmal die Mühe gemacht seinen Vornamen zu ändern oder den Wohnort zu wechseln. Von wegen der lebt irgendwo in Mitteldeutschland. Der ist hier in Leipzig!“ Und macht den Angaben zufolge derzeit eine Umschulung zum Bürokaufmann …
„Ich werde die Umschulung abbrechen“
Teilnehmer der Umschulung berichten, dass sie Angst vor „Benjamin“ hätten. „Er starrt ständig Leute an, manchmal stottert er wirres Zeug. Er ist eiskalt, lacht nie und ist auch allgemein total komisch.“ Man sei tief schockiert mit einem Mörder gemeinsam im Klassenraum zu sitzen. Einer will wegen dem Mann sogar hinschmeißen: „Mir geht es seither extrem schlecht, ich werde die Umschulung abbrechen, da ich nicht mit diesem Mörder in einem Raum sitzen kann.“
Ein solcher Killer in Freiheit werfe Fragen auf: „Wie kann es sein, dass er sich unbehelligt mitten in Leipzig, dem Tatort seines unglaublichen Verbrechens, wieder aufhält? So ´ne geistige Störung kann man doch nicht einfach heilen? Was passiert, wenn der Typ keine Medikamente mehr nimmt? Wer ist dann das nächste Opfer?“
Warum und wie der Mann wieder in Freiheit leben darf
Der mittlerweile 36-Jährige war bereits vergangenes Jahr aus der Haft entlassen worden - weil er seine schizoide Persönlichkeitsstörung nach einer Therapie nun im Griff habe, heißt es. Die Leipziger Staatsanwaltschaft hatte nach der Entscheidung noch versucht, die Entlassung zu verhindern: Laut Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz legte sie am 17. Januar 2025 Beschwerde gegen die Entlassung des verurteilten Mörders ein (AZ.: IStVK 570/24). Das Oberlandesgericht Dresden wies diese jedoch als unbegründet zurück (AZ.: 2 Ws 31/25). Kurz darauf wurde der Mann dann entgültig aus dem Maßregelvollzug entlassen.
Auf Nachfrage erklärt das Leipziger Landgericht, dass der 36-Jährige weiter unter Führungsaufsicht stehe. Und: „Der Entscheidung ist eine eingehende und umfassende sachverständige Begutachtung vorausgegangen“, so Sprecherin Katrin Seidel. „Dem Betroffenen erteilte engmaschige Weisungen ermöglichen eine wirksame und effektive Aufsicht, Betreuung und Kontrolle.“ Im Übrigen könne er sich frei bewegen und auch am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen.
Seidel erklärt weiter: „In der Bundesrepublik ist die Resozialisierung ehemaliger Straftäter zentrales Ziel des Justizvollzuges; das Bundesverfassungsgericht erkennt einen Anspruch auf Resozialisierung als Grundrecht an. Die Betroffenen sollen befähigt werden, ein künftig straffreies und verantwortungsbewusstes Leben zu führen.“ Das sei auch in dem Fall des Leipziger Stückelmörders so.
Der Stückelmord und weitere Mordpläne
2011 hatte sich der damals 23-jährige Benjamin H. den Mord selbst zum Geburtstag „geschenkt“: Er lockte dafür seinen gleichaltrigen Bekannten in seine Wohnung nach Leipzig-Lindenthal. Angeblich zu seiner Geburtstagsparty. Doch er schlug Jonathan erst mit einer Hantelstange nieder und stach ihn dann mit einem Messer insgesamt 22 Mal auf ihn ein. Die beiden kannten sich aus der Manga-Szene und zocken beide gern Computerspiele.
Besonders abartig: Während das Opfer noch lebte, soll er ihm die Geschlechtsteile abgeschnitten haben. Anschließend zerstückelte er den Toten, packte alles in einen Kühlschrank und ging noch auf eine Party feiern. Später entsorgte er die Leichenteile im Elsterbecken. Auf seinem Computer wurden später noch Pläne für weitere Morde entdeckt. Am 13. Dezember 2012 wurde er schließlich zu 14 Jahren Haft mit Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie verurteilt. Lebenslang bekam er nicht, weil seine irren Tötungsfantasien ihn angeblich vermindert schuldfähig machen würden. Und das, obwohl er laut Urteil aus reiner Mordlust getötet hatte.
