- Rund 60 Oberlausitzer Bürgermeister und die beiden Landräte bei einem Termin Ende April am Bahnhof Bischofswerda.
Verkehrsminister ignoriert Forderungen zur Bahn-Elektrifizierung
Bundesverkehrsminister Volker Wissing lässt mehr als 60 Oberlausitzer Bürgermeister abblitzen. Sie hatten vor knapp drei Monaten gemeinsam die schnellstmögliche Elektrifizierung der Bahnstrecken von Dresden nach Görlitz und Zittau gefordert. Einen offenen Brief ließ der FDP-Politiker allerdings bis heute unbeantwortet, teilte der Bischofswerdaer Oberbürgermeister Holm Große mit.
Das Stadtoberhaupt hat sich daher nun mit einer Nachfrage an den Minister gewandt. Er finde es bedauerlich, dass direkt gewählten kommunalen Vertretern ein Gesprächsangebot verwehrt werde. Menschen und Unternehmen in der Regio hätten das Anrecht auf eine verlässliche Politik und praktikable Lösungen.
„Viele Bürgerinnen und Bürger schildern mir ihr Empfinden, dass Verlässlichkeit in den letzten Jahren leider nur darin bestand, dass sich die “große Politik„ immer mehr von der Lebenswirklichkeit der normalen Menschen entfernte. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diesen Eindruck mit zielgerichtetem Handeln in dieser konkreten Zukunftsfrage widerlegen.“, erklärt Große, der die Idee für den offenen Brief an seine Bürgermeisterkollegen herangetragen hatte.
Die Bürgermeister forderten den Bund u.a. auf, die beiden Bahnprojekte an vorrangige Stelle im Bundesverkehrswegeplan zu setzen und ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren einzuleiten. Außerdem sollte ein Angebot der SachsenEnergie AG zur Installation des Bahnstroms geprüft werden. Damit könnte die Deutsche Bahn Zeit und Geld sparen.
