- In Chemnitz und Dresden tüfteln Forscher des Fraunhofer Instituts an einer Idee, Papierverpackungen komplett ohne Klebstoff oder Kunststoff zu verschließen – und damit deutlich umweltfreundlicher zu machen.
Verpackungs-Revolution: Selbstklebendes Papier
In Chemnitz und Dresden tüfteln Wissenschaftler des Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU an einer Idee, die Verpackungen grundlegend verändern könnte. Ziel ist es, Papierverpackungen komplett ohne Klebstoff oder Kunststoff zu verschließen – und damit deutlich umweltfreundlicher zu machen.
Das Problem mit Papier
Papier gilt als gute Alternative zu Plastik. Es lässt sich gut recyceln und belastet die Umwelt weniger. Doch bisher hat es einen entscheidenden Nachteil: Verpackungen aus Papier müssen oft mit Klebstoff oder Kunststoff verschlossen werden. Genau diese Zusätze stören später beim Recycling. Das Material wird verunreinigt, die Qualität sinkt – und der Vorteil von Papier geht teilweise verloren.
Die Idee: Papier klebt sich selbst
Forschende mehrerer Institute der Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten deshalb an einem neuen Verfahren. Dr.-Ing. Christer-Clifford Schenke erklärt: „Dabei wird die Oberfläche des Papiers mit einem Laser behandelt. Durch die Hitze verändert sich das Material so, dass sich kleine Bestandteile bilden, die wie ein natürlicher Klebstoff wirken. Anschließend werden die Papierlagen mit Druck und Wärme verbunden.“ Das Ergebnis: eine feste Verbindung – ganz ohne zusätzliche Stoffe.
Erste Tests machen Hoffnung
Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend. Selbst kleine Verbindungen halten bereits hohe Belastungen aus. Damit könnten Verpackungen entstehen, die stabil sind und trotzdem vollständig aus Papier bestehen. Auch wichtig: Für das Verfahren lassen sich normale, bereits erhältliche Papiere nutzen. Neue Spezialmaterialien sind nicht zwingend nötig.
Anlage entsteht in Dresden
Am Fraunhofer IWU wird derzeit eine Versuchsanlage aufgebaut. Dort soll der gesamte Prozess realitätsnah getestet werden.Das Ziel: Verpackungen sollen später schnell und in großen Mengen hergestellt werden können. Erste Anlagen könnten mehrere Verpackungen pro Minute produzieren.
Chancen für Umwelt und Industrie
Sollte sich das Verfahren durchsetzen, könnte es viele Verpackungen verändern. Papierverpackungen wären dann vollständig recycelbar und kämen ohne Kunststoff aus. Für Unternehmen wäre das eine Möglichkeit, nachhaltiger zu produzieren – und gleichzeitig strengere Umweltauflagen leichter zu erfüllen.
Blick in die Zukunft
Die Technik soll im Mai auf der Fachmesse Interpack 2026 vorgestellt werden. Noch ist das Verfahren in der Entwicklung. Doch die Richtung ist klar: Verpackungen könnten künftig einfacher, sauberer und umweltfreundlicher werden – und genau daran wird in Chemnitz gerade gearbeitet.
