Vitali Klitschko spricht live im Stadtrat über Situation in der Ukraine
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat sich am Mittwoch in die Stadtratssitzung zugeschaltet. Er bedankte sich zunächst für die Unterstützung aus Deutschland und Leipzig im Krieg Russlands gegen die Ukraine. „Wir sehen in diesen schwierigen Zeiten, wer unsere echten Freunde sind. Wir werden niemals eure Hilfe vergessen.“, so Klitschko.
Später schilderte er die dramatische Situation und das Grauen in Kiew und der ganzen Ukraine. So erzählte er, welchen Horror er etwa im Kiewer Vorort Butscha erlebt habe. Hunderte Menschen seien dort gestorben, die genaue Zahl kenne man noch nicht. „Die Stadt ist völlig zerstört, die Infrastruktur existiert nicht mehr.“. Klitschko fragte auch nach dem Sinn dieses Krieges. „Wir hoffen auf eine diplomatische Lösung. Aber ich sehe sie nicht“, so Klitschko.
Man müsse nun alles tun, um wieder Frieden in die Ukraine und nach Europa zu bringen. „Wir wollen nicht in einem Land leben, wo es keine Menschenrechte gibt, keine Pressefreiheit, keine demokratischen Werte. Wir haben unsere Vision, ein Teil der europäischen, demokratischen Familie zu sein“, ergänzte er.
Oberbürgermeister Burkhard Jung betonte am Ende der Rede, dass Leipzig weiterhin an der Seite der Ukraine stehe und alles mögliche zur Unterstützung tun werde. Den Opfern des Krieges wurde im Anschluss mit einer Schweigeminute gedacht. Leipzig und Kiew sind seit mehr als 60 Jahren Partnerstädte.
Unterdessen hat der Stadtrat einige Entscheidungen vertagt. Über den Bau von elf Unterkünften für bis zu 11.000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine wird der Rat zunächst nicht entscheiden. Damit wären außerplanmäßige Ausgaben von 115 Millionen Euro verbunden gewesen. Die Vorlage soll zunächst an aktuelle Entwicklungen angepasst werden, sagte Jung zu Beginn der Sitzung. Zuletzt waren immer weniger Flüchtlinge aus der Ukraine in Leipzig angekommen.
Auch die Entscheidung über den Rückkauf der Flüchtlingsunterkunft in der Friederikenstraße für 15, 3 Millionen Euro wird nicht am Mittwoch entschieden.
