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Warnstreik: Nahverkehr in Dresden rollt wieder

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Volle Straßen und leere Haltestellen - wegen des Warnstreiks bei den DVB waren viele Dresdner am Montag aufs Auto umgestiegen. Mittlerweile rollt der Verkehr seit den frühen Morgenstunden wieder. 

Straßenbahnen sind am Montag in Dresden keine unterwegs gewesen, bei den Bussen fuhren nur einige Linien, die von Subunternehmen betrieben werden. Der Warnstreik dauerte bis Dienstag früh 3 Uhr. 

Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Die fordert u.a. eine 35-Stunden-Woche bei gleicher Bezahlung, eine Jahressonderzahlung und Jobzusagen für die Zehntausenden Beschäftigten. Die Arbeitgeber lehnen das ab. Am Mittwoch geht es in die nächste Verhandlungsrunde beider Parteien. 

Knappe Kassen - Streik „deplatziert“

DVB-Vorstand Lars Seiffert hält die Forderungen für „deplatziert“. „Liebe Kollegen, liebe Gewerkschaften, schaut Euch doch mal um, wie ist denn die wirtschaftliche Situation im Land, wie ist vor allem die wirtschaftliche Situation in den Nahverkehrsunternehmen. Im Moment ist doch hier null Spielraum, um hier noch Dinge aufzusatteln - zumal wir ja in den letzten Monaten und Jahren Einkommensbedingungen geschaffen haben, die für unsere sächsischen Nahverkehrsunternehmen marktüblich sind.“ 

Gewerkschaft will endlich ein Angebot 

„Statt eines lösungsorientierten Vorschlages hatten sich die sächsischen Arbeitgeber entschieden, von den Beschäftigten eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu fordern. So sollen unter anderem die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängert, der Urlaubsanspruch und Zuschläge gekürzt sowie der Krankengeldzuschuss und das Leistungsentgelt ersatzlos gestrichen werden“, erläutert Paul Schmidt, ver.di-Fachbereichsleiter und Verhandlungsführer.

„Dieses Verhalten der Arbeitgeber ist mehr als eine Provokation: Es ist ein Frontalangriff auf die eigenen Beschäftigten“, so Schmidt weiter. „Von Beschäftigten, die bundesweit ihre Überlastung anzeigen, eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu verlangen, geht völlig an der Realität vorbei. Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, bedeutet nicht nur eine deutliche Mehrbelastung, sondern faktisch auch eine Lohnkürzung.“

Audio:

DVB-Vorstand Seiffert zu den Forderungen
Das sagen die Dresdner dazu