Warum stinkt es so in Dresden?
Ein seltsamer Geruch liegt derzeit über Dresden. Anwohner in Pieschen, der Neustadt und der Radeberger Vorstadt haben sich bei uns gemeldet, und auch in der Seevorstadt und anderen Stadtteilen stinkt es.
„Es riecht wie ein Haufen alter Socken“, rümpft Franz aus Loschwitz die Nase. Klara aus Loschwitz vermutet, dass es ein vollgelaufener Kanal sein könnte. Die Ursache ist momentan völlig unklar. Es könnte Gülle von gedüngten Feldern sein oder Biomüll.
Nachfragen bringen keine Erkenntnis
Feuerwehr und der Versorger Sachsen Energie zucken mit den Schultern. „Keine Ahnung, wo das herkommt“, sagte uns Feuerwehrsprecher Michael Klahre. Er vermutet etwas in der Kanalisation, dass sich nach der Dürre aufgestaut haben könnte. Im Rathaus herrscht ebenfalls großes Rätselraten. „Da liegt der Ball wohl bei der Stadtentwässerung“, erklärt Sprecherin Barbara Knifka. Dort haben wir auch nachgefragt. Sprecher Torsten Fiedler hat aber auch keine Erklärung.
Stadtentwässerung hat keine Erklärung
„Auch bei unserer Hotline sind bereits mehrere ähnlich lautende Meldungen eingegangen. Im Regelfall treten Gerüche im Zusammenhang mit Störungen im Kanalnetz oder bei langanhaltend heißen Wetterlagen und zusätzlichen fehlenden Regenfällen auf. Beides ist derzeit nicht der Fall“, so Torsten Fiedler. Daher sei es sehr unwahrscheinlich, dass die Geruchswahrnehmungen überhaupt aus der Kanalisation stammen.
„Grundsätzlich können bestimmte Wetterlagen dazu führen, dass Gerüche zeitweise stärker wahrgenommen werden“ erklärt Fiedler weiter. „Auch längere Trockenperioden können Stoffwechselprozesse im Abwassernetz begünstigen und dadurch Gerüche verursachen. Beides ist jedoch derzeit nicht gegeben. Die Regenfälle der vergangenen Tage haben die Kanäle zusätzlich durchspült. Wir vermuten eine andere Ursache.“
Selbst wenn die Gerüche aus der Kanalisation stammen sollten, habe man derzeit keine belastbare Erklärung für deren Auftreten. „Auch wenn die Gerüche als belästigend empfunden werden können, sind die dabei austretenden Luftmengen nach unserem aktuellen Kenntnisstand gesundheitlich unbedenklich. Wir beobachten die Situation weiterhin aufmerksam, prüfen mögliche Ursachen und werden bei Bedarf geeignete Maßnahmen ergreifen, beispielsweise den Einsatz von Spülfahrzeugen“, so Fiedler weiter
