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Wir verraten, warum diese Menschen jubeln

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Viele Hände gehen nach oben. Unter den großen Bäumen im Garten des Altenpflegeheims „Haus am Wald“ in Grüna lachen Senioren, Jugendliche, Betreuer und Lehrer gemeinsam in die Kamera. Manche sitzen im Rollstuhl, andere auf Gartenstühlen, einige knien vorn im Gras. Es ist ein Gruppenbild, wie man es nicht stellen kann. Es lebt. Es erzählt von einem Vormittag, an dem Bewegung, Begegnung und Mut zusammenkamen.

Aber warum jubeln diese Menschen eigentlich?

Wenn Unterricht plötzlich echt wird

19 Jugendliche der Fortis Akademie waren zu Gast im Altenpflegeheim. Hausleiter Marcel Kaden begrüßte die Gruppe, danach ging es direkt in die Praxis. Ursprünglich hatten die Schüler einen sommerlichen Bewegungs-Parcours mit zehn Stationen vorbereitet. Doch wegen der Hitze wurden nur kleine Bewegungsstationen aufgebaut.

Für die Jugendlichen war das trotzdem ein großer Schritt. Sie stehen am Ende ihres ersten Lehrjahres in der Physiotherapie. Bisher lernten sie vor allem in der Schule. Nun standen ihnen echte Menschen gegenüber.

„Die Schülerinnen und Schüler waren sehr motiviert, haben aber ehrlich erzählt, dass sie auch etwas aufgeregt waren anfangs, weil sie bisher nie am Patienten üben konnten“, sagte Berufsberaterin Julia Maleikat. Genau deshalb sei der Tag „eine tolle Erfahrung“ gewesen. Die Jugendlichen konnten ausprobieren, was sie bisher gelernt hatten.

Begegnung statt Berührungsangst

Auch Berufsberaterin Sandra Schmidt von der Chemnitzer Agentur für Arbeit packte mit an. Für sie war der Projekttag mehr als eine nette Abwechslung. „Es ist ein Mehrwert für alle Seiten, weil man das Verständnis füreinander fördert und jeder jedem unter die Arme greifen konnte“, sagte sie. Auch die Gespräche mit den Schülern seien wichtig gewesen. Warum starten junge Menschen eine Ausbildung in diesem Bereich? Was treibt sie an? Was erwarten sie?

Lehrer Alexander Schott begleitet die Jugendlichen an der Fortis Akademie. Er ist seit 24 Jahren in der Branche tätig und arbeitete selbst zehn Jahre als Physiotherapeut. Für ihn war die Aktion „perfekt für den Einstieg“. Die Schüler hätten bald ihr erstes Lehrjahr hinter sich, aber noch keine echte Praxiserfahrung mit Außenstehenden gesammelt.

„Wer sich für die Ausbildung zum Physio entscheidet, bringt ein Helfersyndrom mit“, sagte Schott. Er erlebe die jungen Leute mit viel Motivation. Und er weiß: Die Chancen sind gut. „Wenn die nach drei Jahren ausgebildet sind, können sie direkt in einen Job übergehen.“

Mehr als Bewegung

Hausleiter Marcel Kaden brachte den Kern des Tages auf den Punkt: „Es geht nicht nur um die Bewegung, sondern auch den kommunikativen Austausch.“ Junge und alte Menschen könnten sich begegnen, austauschen und gegenseitig bereichern.

Anfangs sei der Kontakt mit betagten Bewohnern für manche Jugendlichen sicher noch ein Hemmnis gewesen. „Wie spreche ich mit den Leuten? Wie gehe ich mit ihnen um?“ Doch mit der Zeit sei Selbstbewusstsein entstanden. Die jungen Leute seien immer agiler auf die Bewohner zugegangen.

Und damit zurück zum Foto. Die erhobenen Hände zeigen keinen gespielten Jubel. Sie zeigen, was entstehen kann, wenn Generationen nicht übereinander reden, sondern miteinander lachen, üben und einen gemeinsamen Vormittag teilen.